Krone-Schmalz bei Friedenskundgebung in Berlin: Kritik an deutscher Außenpolitik und Forderung nach neuen Verhandlungen!_D
Krone-Schmalz bei Friedenskundgebung in Berlin: Kritik an deutscher Außenpolitik und Forderung nach neuen Verhandlungen
Bei einer Friedenskundgebung am 13. September 2025 vor dem Brandenburger Tor hat die Journalistin Gabriele Krone-Schmalz eine grundsätzliche Kritik an der deutschen Außen- und Sicherheitspolitik formuliert. Im Zentrum ihrer Rede standen Ukrainekrieg, Gaza und die demokratische Debattenkultur.
Die Veranstaltung wurde vom Bündnis Sahra Wagenknecht beworben und stand unter dem Titel „Welt in Frieden“. Neben Krone-Schmalz traten weitere Unterstützer auf. Die Kundgebung richtete sich unter anderem gegen die deutsche Politik im Ukrainekrieg und gegen das Vorgehen Israels in Gaza.
Krone-Schmalz begründete ihren erneuten Auftritt bei einer Friedensdemonstration mit ihrer persönlichen Einschätzung der politischen Lage. Als Journalistin sehe sie sich grundsätzlich zur Zurückhaltung verpflichtet, angesichts der aktuellen Entwicklungen halte sie es jedoch für notwendig, öffentlich Stellung zu beziehen.
Besonders deutlich kritisierte sie die sicherheitspolitische Ausrichtung der Bundesregierung. Sie verwies auf die Verpflichtung staatlicher Institutionen, den Frieden zu sichern, und stellte diese Aufgabe angesichts der Existenz von Atomwaffen als eine Frage von grundlegender Bedeutung dar.
Anschließend weitete sie ihre Kritik auf das demokratische Selbstverständnis aus. Aussagen, wonach die Bevölkerung von der Notwendigkeit einer stärkeren Kriegsvorbereitung überzeugt werden müsse, bezeichnete sie als problematisch und stellte ihnen die Forderung nach einer kritischeren Auseinandersetzung mit politischen Entscheidungen gegenüber.
Ein Schwerpunkt ihrer Rede war dabei die Rolle mündiger Bürger. Nach ihrer Auffassung setzt demokratische Teilhabe voraus, dass Menschen Zugang zu Bildung und unterschiedlichen Informationen haben. Einschränkungen des öffentlichen Diskurses bewertet sie deshalb als Belastung für die demokratische Willensbildung.
In diesem Zusammenhang kritisierte Krone-Schmalz auch Einschränkungen beim Zugang zu russischen Informationsangeboten und Reiseverbindungen. Ihre Darstellung vermischt dabei unterschiedliche politische und rechtliche Fragen, die jeweils einer gesonderten Betrachtung bedürfen. Sie stellte sie jedoch gemeinsam in den Kontext demokratischer Selbstbestimmung.
Ihre zentrale These lautete, Frieden könne nicht als selbstverständlich betrachtet werden. Frieden sei vielmehr das Ergebnis eines dauerhaften Interessenausgleichs. Voraussetzung dafür seien Verhandlungen auf Augenhöhe und die Bereitschaft, die Interessen der jeweils anderen Seite ernst zu nehmen.

Besondere Bedeutung gab Krone-Schmalz der Analyse der Vorgeschichte des Ukrainekrieges. Sie argumentierte, eine Untersuchung der Ursachen bedeute nicht automatisch eine Rechtfertigung des russischen Vorgehens. Zwischen Erklärung und moralischer oder politischer Rechtfertigung müsse vielmehr klar unterschieden werden.
Damit wandte sie sich gegen eine aus ihrer Sicht verbreitete Vermischung dieser beiden Ebenen. Wer verstehen wolle, wie ein Krieg entstehen konnte, müsse nach den politischen Entwicklungen und Entscheidungen suchen, die ihm vorausgingen. Erst daraus ließen sich nach ihrer Auffassung nachhaltige Schlussfolgerungen ziehen.
Ein weiterer Schwerpunkt war das Treffen von Donald Trump und Wladimir Putin in Alaska im August 2025. Krone-Schmalz bewertete die Aufnahme direkter Gespräche zwischen den beiden Präsidenten positiv und sah darin einen möglichen Ausgangspunkt für weitere Verhandlungen.
Tatsächlich hatte das Treffen in Anchorage am 15. August 2025 keine konkrete Vereinbarung zur Beendigung des Ukrainekrieges hervorgebracht. Beide Seiten berichteten zwar von Fortschritten, legten jedoch keine detaillierten Ergebnisse vor. Die Gespräche endeten zudem früher als ursprünglich vorgesehen.
Krone-Schmalz kritisierte gleichzeitig die europäische Reaktion auf den Alaska-Gipfel. Ihrer Darstellung zufolge hätten Deutschland und die EU den Gesprächsbeginn nicht ausreichend konstruktiv begleitet. Die damalige politische Debatte in Europa war tatsächlich von erheblichen Vorbehalten gegenüber dem Treffen geprägt.
Sie verband diese Kritik mit dem Vorwurf, europäische Staaten hätten eigene diplomatische Initiativen im Ukrainekrieg vernachlässigt. Dabei verwies sie auf Friedensvorschläge aus China, Brasilien und afrikanischen Staaten und stellte ihnen die europäische Politik gegenüber.
Besonders kontrovers wurde ihre Bewertung möglicher Verhandlungsergebnisse für die Ukraine. Krone-Schmalz argumentierte, bestimmte Zugeständnisse seien bereits kurz nach Beginn des Krieges erreichbar gewesen und die heutigen Bedingungen könnten für die Ukraine erheblich schwieriger ausfallen.
Für einen Teil dieser Argumentation gibt es einen dokumentierten Bezug zu den Verhandlungen von 2022. Bei Gesprächen in Istanbul hatte die ukrainische Seite damals unter anderem einen neutralen Status im Austausch gegen internationale Sicherheitsgarantien vorgeschlagen. Ein abschließendes Friedensabkommen entstand daraus jedoch nicht.
Die weitergehende Behauptung, ein konkretes Abkommen sei damals praktisch unmittelbar erreichbar gewesen, lässt sich aus den dokumentierten Verhandlungen dagegen nicht eindeutig ableiten. Die politischen und militärischen Entwicklungen jener Zeit sind Gegenstand unterschiedlicher Interpretationen und sollten deshalb nicht als abgeschlossene historische Tatsache dargestellt werden.
Krone-Schmalz kritisierte außerdem die ihrer Ansicht nach unrealistischen Erwartungen an einen militärischen Sieg der Ukraine. Sie stellte die These auf, ein vollständiger militärischer Sieg über Russland sei ohne eine direkte Ausweitung des Konflikts zwischen NATO und Russland nicht realistisch gewesen.
Auch ihre Einschätzung der russischen Kriegsziele stellte sie zur Diskussion. Die wiederholte Behauptung, Wladimir Putin wolle grundsätzlich keinen Frieden, müsse ihrer Auffassung nach differenzierter betrachtet werden. Sie verwies dabei auf russische wirtschaftliche und sicherheitspolitische Interessen.
Diese Position bleibt politisch umstritten. Die russische Führung hat wiederholt Bedingungen für eine Beendigung des Krieges formuliert, während die Ukraine und ihre europäischen Unterstützer zentrale russische Forderungen als nicht akzeptabel zurückweisen. Der Alaska-Gipfel zeigte ebenfalls, dass zwischen den Positionen weiterhin erhebliche Differenzen bestanden.
Im zweiten Teil ihrer Rede wandte sich Krone-Schmalz dem Krieg im Gazastreifen zu. Sie verurteilte den Hamas-Angriff vom Oktober 2023 ausdrücklich und erkannte Israels Recht an, sich gegen Angriffe zu verteidigen. Gleichzeitig stellte sie die Verhältnismäßigkeit des israelischen Vorgehens infrage.
Ihre Kritik richtete sich insbesondere gegen die humanitäre Situation der palästinensischen Zivilbevölkerung. Die Vereinten Nationen berichteten im September 2025 tatsächlich von intensiven Kampfhandlungen, erheblichen Vertreibungen und stark eingeschränktem Zugang zu lebensnotwendigen Gütern im Gazastreifen.
Krone-Schmalz bezeichnete die Situation in Gaza als einen Fall, bei dem die internationale Gemeinschaft ihrer Verantwortung gegenüber Zivilisten nicht ausreichend gerecht werde. Den Begriff „Völkermord“ verwendete sie dabei als politische und moralische Bewertung; eine solche rechtliche Einordnung sollte von den dokumentierten humanitären Tatsachen getrennt betrachtet werden.
Besonders scharf wandte sie sich gegen den Umgang mit dem Begriff Antisemitismus. Sie betonte, dass sie sich aufgrund der deutschen Geschichte gegen jede Diskriminierung jüdischer Menschen stellen werde. Gleichzeitig müsse Kritik an der Politik Israels ihrer Ansicht nach möglich bleiben, ohne automatisch als antisemitisch bewertet zu werden.
Diese Unterscheidung ist politisch und gesellschaftlich besonders sensibel. Kritik an Handlungen einer Regierung und Feindseligkeit gegenüber Juden als religiöser oder ethnischer Gruppe sind unterschiedliche Kategorien. Die konkrete Bewertung einzelner Äußerungen hängt deshalb vom jeweiligen Inhalt und Kontext ab.
Auch die humanitäre Lage in Gaza war zum Zeitpunkt der Rede international stark umstritten. Die UN berichtete im September 2025 unter anderem über bestätigte Hungersnot in Gaza-Stadt, anhaltende Bombardierungen und erhebliche Einschränkungen des Zugangs zu lebensnotwendiger Hilfe.
Krone-Schmalz verband ihre Kritik schließlich mit einer grundsätzlichen Forderung an Medien und Politik. Bürger müssten sich umfassend informieren können und unterschiedliche Perspektiven erhalten. Journalisten und politische Entscheidungsträger müssten sich deshalb auch unbequemen Fragen stellen.
Dabei verwies sie auf die Berichterstattung über den Gazakrieg und kritisierte eine ihrer Ansicht nach zu starke Orientierung an israelischen Quellen. Eine solche Aussage über die gesamte Medienberichterstattung ist allerdings differenziert zu prüfen und kann nicht allein aus einer einzelnen Studie oder Beobachtung als allgemeingültige Tatsache abgeleitet werden.
Am Ende ihrer Rede stand deshalb ein umfassender Appell für politische Debatte und gesellschaftliche Beteiligung. Krone-Schmalz forderte dazu auf, Kritik nicht aus Resignation zurückzuhalten, sondern politische Entscheidungen öffentlich zu hinterfragen und unterschiedliche Informationsquellen zu berücksichtigen.
Die Rede verbindet damit zwei Konfliktfelder, die in der deutschen Außenpolitik zunehmend miteinander diskutiert werden: die Suche nach einer möglichen Friedenslösung für die Ukraine und die Frage nach Deutschlands Verantwortung im Nahostkonflikt.
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Politisch entscheidend bleibt dabei die Trennung zwischen überprüfbaren Tatsachen und unterschiedlichen Interpretationen. Krone-Schmalz formuliert in ihrer Rede eine klar erkennbare friedenspolitische Position. Ihre Schlussfolgerungen zu Ursachen, Verantwortlichkeiten und möglichen Lösungen sind dagegen Gegenstand einer kontroversen politischen Debatte.
Die Kundgebung zeigt damit zugleich, wie stark die Fragen nach Krieg, Frieden, Waffenlieferungen, Informationsfreiheit und deutscher Außenpolitik miteinander verbunden werden. Eine abschließende Lösung liefert die Rede nicht. Sie fordert vielmehr dazu auf, bestehende Positionen grundlegend zu überprüfen und politische Entscheidungen stärker an Verhandlungen und langfristigen Folgen auszurichten.

